Welches Social Network passt zu meinem Unternehmen?

Welches Social Network passt zu meinem Unternehmen?

Jeder von Euch kennt diese Situation: Man sitzt nichtsahnend an seinem Schreibtisch, betreut die Social Network Präsenzen seines Unternehmens und wieder einmal betritt der oder die Vorgesetzte mit Augen, die einem lupenreinen Diamantglanz gleichen, das Büro: „Es gibt da seit kurzem dieses neue soziale Netzwerk, welches in den USA bereits hohe Wellen schlägt, da müssen wir unbedingt auch noch eine Präsenz erstellen und diese regelmäßig mit Content befüllen.“

Doch: Sollte man sich nicht zunächst die Frage stellen, ob dieses nagelneue Netzwerk auch das Richtige für sein Unternehmen ist? Eine Antwort auf diese Frage werden wir Euch im folgenden Ranking der wichtigsten sozialen Netzwerke auf dem deutschen Markt liefern.

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Platz 6: Google+

Geisterstadt oder doch das ultimative Social Media Plus?

Geeignet für: Unternehmen, die international agieren und Nieschenthemen bedienen können. Warum? Weil statistisch betrachtet die überwiegende Nutzerschaft aus Ländern kommt, die man im klassischen Marketing nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Wusstet ihr zum Beispiel, dass etwa 80 Prozent der indischen Internetnutzer einen Google+-Account besitzen und davon rund die Hälfte aktiv ist? Ähnliche Werte finden sich für Thailand, Mexiko, Südafrika, Malaysia und in vergleichbaren Ländern (Quelle: onlinemarketing.de).

Nicht geeignet für: Unternehmen, die von Google+ allein schon durch den Namen den ultimativen Erfolg erwarten. Dieses Netzwerk ist nicht das Non Plus Ultra a la Facebook, sollte aber dennoch entgegen aller Gerüchte allein schon durch den Konzern, dem es gehört, nicht unterschätzt werden.

Unsere Empfehlung: Google+ ist ein Nischennetzwerk. Aber: Wo findet man innerhalb dieses Netzwerkes die Nischen? Die Antwort ist: Vor allem in Gruppen, die als eine Art kleine Foren genutzt werden. Nutzt also auf alle Fälle auch die Gruppenfunktion innerhalb von Google+, um Nutzer auf Euer Profil zu locken und innerhalb des Netzwerkes bekannter zu werden. Auch sog. „Hangouts“, also, kleine Videosequenzen können den Inhalt interessanter werden lassen.

Zielgruppe: Das Netzwerk mit dem Plus nutzt definitiv nicht jeder. Neben der bereits  genannten internationalen Ausrichtung ist und bleibt es ein Nischennetzwerk, was letztlich von sehr Social Media affinen Menschen genutzt wird, die den Glauben an dieses Netzwerk (noch) nicht verloren haben. Der wohl wertvollste Nebeneffekt von Google+ besteht in dem „gewissen Plus“ für das Google Suchergebnis, selbst wenn viele hochwertige Features seitens des Mutterkonzerns mittlerweile eingestellt worden sind. Wie zum Beispiel die Anzeige eines Google+ Profils unter einem Google Maps Eintrag im Falle des regelmäßigen Postings oder die direkte Verlinkung eines Postings in die Kommentare eines YouTube-Videos, wenn man es geteilt hat. Aber dennoch: Google+ Profile erscheinen relativ weit oben im Suchergebnis und sind daher für die Präsenz eines Unternehmens nicht zu unterschätzen.

Beitragsform: Sie ist ähnlich, wie auch bei Facebook, besteht aus fortlaufendem Text, den man mit Bildern und Videos untermalen kann. Noch etwas wichtiger, als bei Facebook sind bei Google+ die Hashtags zur Kategorisierung der Beiträge. Wundert Euch hier nicht – Hashtags bei Google+ sind recht widerspenstig, aber sie sind eben dennoch von großer Wichtigkeit, um den Beitrag schnell erfassen zu können. Außerdem denkt daran, Euch die Google+ Gruppen anzusehen und dort aktiv mitzureden. Nur so erreicht ihr die passende Nutzerschaft in diesem Netzwerk.

Hilfreiche Werkzeuge: Google+ ist, wie ihr nun wisst, vor allem für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) relevant. Daher solltet ihr Eure Beiträge auch dahingehend ausrichten und auf alle Fälle auch eine Verbindung zu Eurem Google Maps Eintrag herstellen, was Euch wiederum auch den „offiziell“ Haken beschert. Nutzt somit die Tools, die ihr auch zur Keywordrecherche nutzt und versteht bei Google+ das Google-Prinzip der Verknüpfung.

Social Network Instagram für Unternehmen

Platz 5: Instagram

Willst Du viel, mach’s mobil!

Geeignet für: Unternehmen, die auch Beiträge „von unterwegs“ absetzen können, die spontane Impressionen veröffentlichen können und wollen. Auch hier werden Emotionen durch das Teilen von Bildmaterial ausgelöst, allerdings funktioniert Instagram nur mit der passenden App für iOS oder Android und ist somit kein Netzwerk, welches man direkt vom Bürorechner aus vollumfänglich betreuen kann. Zwar ist es möglich, sich über einen herkömmlichen Desktoprechner einzuloggen,  jedoch kann man darüber lediglich sehr eingeschränkt arbeiten. Somit ist es notwendig, ein passendes Smartphone oder Tablet parat zu haben.

Nicht geeignet für: Unternehmen, die diese gewisse Spontanität, die dieses Netzwerk voraussetzt, nicht bieten können. Wie auch bei Pinterest lebt Instagram von einem gewissen Lifestyle, den man darstellbar machen muss. Zwar geht es hierbei nicht um klassische Hochglanzfotografie, sondern eher um Alltagsbilder, aber auch diese müssen erst einmal entstehen und auch hierfür muss permanent der nötige Content vorhanden sein.

Unsere Empfehlung: Bei Instagram geht es nicht um hochprofessionelle Fotografien, sondern eher um interessante Alltagsbilder, die mit entsprechenden, bei Instagram zur Verfügung stehenden Filtern automatisch bearbeitet werden können. Dennoch sollte man sich vor der Nutzung auch hier wieder die Frage stellen, ob man den entsprechenden Inhalt auch dauerhaft bieten kann. Wenn ja, dann ist Instagram als Bildnetzwerk auf alle Fälle die richtige Wahl, zumal das Netzwerk mittlerweile zu Facebook gehört und über eine breite, sehr aktive Nutzerstruktur verfügt.

Zielgruppe: Instagram ist durch seine Schnelllebigkeit nach wie vor Jugenddomäne. Etwa 52% der unter 25 jährigen nutzen Instagram. Zum Vergleich: Bei den über 45 jährigen sind es nur noch etwa 35% (Quelle: Futurebiz). Daher benötigt ihr, wie auch bei Pinterest, den passenden Lifestyleinhalt, wobei es, wie bereits erwähnt,  bei Pinterest eher um den „von unterwegs“ Aspekt geht.

Beitragsform: Es werden Bilder veröffentlicht, die mit kurzen Beschreibungen und Tags versehen werden. Die stärkste Funktionalität von Instagram liegt in den „hauseigenen“ Fotofiltern, mit denen man über Bilder blitzschnell eine passende Stimmung legen kann. Natürlich ist  hier die direkte Verbindung zu Facebook der entscheidende Vorteil. Verfügt man also über ein funktionierendes Facebookprofil, so kann Instagram eine sehr sinnvolle Ergänzung sein. Auch bei Intagram liegt der passende Postingrhythmus, den es zu erfüllen gilt, bei etwa 1-2 Tagen.

Hilfreiche Werkzeuge: Für Instagram benötigt man auf alle Fälle das passende Smatphone oder Tablet. Auf diesen Geräten muss die entsprechende Instagram App installiert werden, um Teil des Netzwerkes werden und es nutzen zu können. Ansonsten nutzt fleißig die in der App verfügbaren Filter. Eine großartige Bildbearbeitung ist hier nicht nötig  und auch aufgrund der Netzwerkausrichtung des „mal eben schnell Veröffentlichens“ gar nicht erst empfehlenswert, weil man ansonsten die entsprechende Zielgruppe verschrecken würde.

Podcast: Zum Thema Unternehmensprofile auf Instagram haben wir auch eine Podcast Folge mit dem Thema „6 Instagram Tipps von der New York Times„. Reinhören lohnt sich!

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Platz 4: Pinterest

Kunstunterricht & textiles Werken waren gestern

Geeignet für: Unternehmen, die hochwertiges Fotomaterial produzieren und daran sämtliche Bildrechte haben. Vor allem für Firmen aus der Modebranche oder auch die Tourismusbranche ist Pinterest ein interessantes Netzwerk, weil hier Emotionen durch Bilder geweckt werden. Aber: Nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ werden sich dort wohlfühlen, sondern letztlich jeder, der das entsprechende, emotionale, hochwertige Bildmaterial bietet, mit dem visuelles Marketing betrieben werden kann.

Nicht geeignet für:  Unternehmen, die kein hochwertiges Bildmaterial besitzen und auch nicht in der Lage sind, dieses herzustellen. Und: nicht nur hochwertiges Bildmaterial zählt, sondern man muss mit eben diesem Bildmaterial auch fähig sein, Emotionen beim Nutzer wecken zu können. Stellt Euch also vorab die Frage, ob ihr stets hochwertigen Content liefern könnt. Es empfiehlt sich ein tägliches sog. „Pinnen“, also, eine tägliche Onlinestellung von Bildern. Dafür müssen stetig Inhalte zur Verfügung stehen.

Unsere Empfehlung: Durch die fast familiäre Atmosphäre innerhalb des Netzwerkes wird reiner Werbe- / Marketingcontent oft negativ wahrgenommen. Erst, wenn ihr um ein bestimmtes Produkt oder eine Tätigkeit herum einen Lifestyle entwickeln und lebensnahe Geschichten erzählen könnt, ist Pinterest für Euch die richtige Wahl.

Zielgruppe: 70% der Pinterestnutzer sind weiblich. Produktmarketing, das auf diese Gruppe abzielt, hat von vornherein eine gute Chance, die richtige Zielgruppe zu erreichen. Produkte für männliche Nutzer müssen entsprechend kreativer beworben werden. Wie bereits oben beschrieben, sind es oft modebewusste Personen mit einem gewissen Lifestyle, die Pinterest nutzen. Darauf sollten auch die Beiträge ausgerichtet sein. Den klassischen „Best Ager“ ab 50 Jahren aufwärts werdet ihr dort eher selten finden.

Beitragsform: Um die Beitragsform zu verstehen, muss man verstehen, was dieses Netzwerk darstellt. Pinterest ist im Prinzip nichts anderes, als eine virtuelle Pinnwand, die sich im Laufe der Zeit dadurch auszeichnet, dass man verschiedene Pins setzt, also, Bilder zu bestimmten Themen online stellt. Diese Bilder werden auf kategorisierten Pinnwänden (Boards) veröffentlicht. Daraus entstehen Fotocollagen zu bestimmten Themen. sodass Pinterest letztlich als eine Art Netzwerk für Fotocollagen betrachtet werden kann. Das heißt: Verfügt man über ein Arsenal an Bildern zu unterschiedlichen Themen, so kann man diese Bilder themenorientiert zu Collagen zusammenfassen und bei Pinterest veröffentlichen.

Beitragshäufigkeit: Wie bei nahezu allen Netzwerken, geht es auch bei Pinterest darum, kontiuierlich interessante Geschichten zu erzählen, in diesem Fall in Bildform. Etwa alle 2 Tage Pinterest zu nutzen, ist daher sinnvoll.

Hilfreiche Werkzeuge: Pinterest setzt auf hochwertiges Bildmaterial. Um dieses bieten zu können, benötigt man daher auf alle Fälle ein Bildbearbeitungsprogramm, wobei auch hier nicht zwangsläufig ein Adobe Photoshop zum Einsatz kommen muss. Gute Ergebnisse werden hier zum Beispiel auch schon mit kostenfreien Lösungen, wie GIMP erreicht. Und ganz wichtig: Pinterest verfügt über Schnittstellen zu Twitter und Facebook. Da in diesem Fall die Bilder das Ausschlaggebende sind und nicht irgendwelche Beitragslängen, kann es sinnvoll sein, diese Schnittstellen zu nutzen. Darüber hinaus könnt ihr Eure Boards auch extern „einbetten“, also, in Eure Website integrieren, was natürlich wiederum neue Nutzer anlocken kann.

Social Network für Unternehmen YouTube adidas

Platz 3: YouTube

Das Mekka der bewegten Bilder

Geeignet für: Unternehmen, die über qualitativ hochwertigen Videoinhalt verfügen oder fähig sind, regelmäßig qualitativ guten Videoinhalt zu produzieren. YouTube lebt, entgegen vieler (meist weiblicher) Meinungen, nicht nur von den viel diskutierten „Katzenvideos“ (Catcontent), sondern natürlich auch von gut produzierten Informationen in bewegten Bildern. Das Netzwerk eigent sich nicht nur für Marketingunternehmen oder Werbetreibende, sondern zum Beispiel auch für Unternehmen, die Produkte erklären oder Anleitungen / Tutorials zu ihren Produkten anbieten wollen. Wie oft würde man sich solch einen Herangang zum Beispiel von diesem berühmten blau-gelben schwedischen Möbelhaus wünschen, wenn man wieder einmal vor einem kreativen Haufen Sperrholz mit Schraubensalat steht und die moderne Zeichnungskunst in ihren mitgelieferten Anleitungen zwar künstlerisch interpretieren und wertschätzen, jedoch nicht verstehen kann?

Nicht geeignet für: Unternehmen, die eher mit statischen Beiträgen, als mit bewegten Bildern überzeugen. Um bei YouTube Erfolg haben zu können, benötigt man – natürlich – den passenden Inhalt. Auch nicht ratsam ist es, ein Pixelpuzzle zu veröffentlichen, bei dem man letztlich feststellt, dass die aufgezeichneten Videos nicht die nötige Qualität besitzen, um sie sich bis zum Ende anzusehen. Beginnt man einmal mit einer solchen Beitragsform, führt das sehr schnell zu schlechten Bewertungen oder entsprechenden Kommentaren. Doch: das heißt nicht, dass man für jedes Video eine Filmproduktionsfirma benötigt. Natürlich reicht es auch, sich selbst eine passende Kamera mit HD Auflösung zu besorgen.

Unsere Empfehlung: Startet nicht gedankenlos mit YouTube-Videos. Überlegt Euch vorher eine Strategie, die auch längerfristig funktioniert, denkt darüber nach, was ihr auf diesem Netzwerk zeigen wollt, zeigen könnt und bedenkt bei der Aufzeichnung eines Videos nicht nur die Videoqualität, sondern auch die Umgebung. All das fließt letztlich in die Bewertung des Inhalts seitens des Nutzers / Betrachters mit ein – teils bewusst, teils unbewusst. Außerdem beachtet, dass Facebook YouTube Videos benachteiligt. Daher empfiehlt es sich, Videomaterial bei Facebook ebenfalls eigenständig online zu stellen oder eine Kombination aus Teaser (Facebook-Video) und tatsächlichem Inhalt  (YouTube-Video) zu nutzen.

Zielgruppe: Bei YouTube erreicht man auf alle Fälle die Jugend zwischen 14 und 29 Jahren, aber nicht nur die, sondern im auch all diejenigen, die nach dem Fernsehen 2.0 suchen und glauben, es dort zu finden.  Ob der klassische „Onliner“ um die 30 oder einfach Menschen, die typische Ratschläge suchen oder auch Alltagsinspirationen. Genau das sollte auch den Content auszeichnen, den man dort anbietet.

Beitragsform: Es gibt keine besondere Längenbegrenzung bei den Videos. Eigentlich sollte man sagen: So lang, wie nötig, so kurz, wie möglich, denn der Inhalt definiert automatisch die Länge eines Beitrags. Klassische Werbe- und Marketinginhalte sollten jedoch 1,5 Minuten nicht überschreiten, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Beim Beitrag selbst sind ein aussagekräftiger Titel ebenso wichtig, wie eine prägnante Beschreibung. Es empfiehlt sich, in die Beschreibung  griffige Links zu integrieren, sofern man den Inhalt des Videos mit klassischem Online-Content verbinden kann. Ebenso wichtig ist es natürlich, das Video aus dem Netzwerk heraus zu verteilen, beispielsweise prominent auf den eigenen Websiten zu integrieren oder in sozialen Netzwerken als Beitrag zu teilen. Auch die passende Kategoriesierung ist bei YouTube-Videos sehr wichtig, zumal YouTube zum Google-Konzern gehört und somit im Googlesuchergebnis bevorzugt behandelt wird. Die Kategoriesierung  lässt Google das Video zielgerichtet einordnen  und es den Nutzer bei passenden Keywords finden.

Beitragshäufigkeit: Große, sog. „YouTuber“, veröffentlichen meist wöchentlich Videomaterial. Letztlich hängt aber die Häufigkeit natürlich davon ab, was man mit der Präsenz auf YouTube erreichen möchte. Es ist nicht zwingend notwendig, sehr häufig Videos zu veröffentlichen, es sei denn, man betrachtet YouTube als sein Primärnetzwerk. Tut man dies nicht, reicht auch eine Veröffentlichung pro Quartal.

Hilfreiche Werkzeuge: Wie bereits erwähnt, ist eine gute HD Kamera wichtig, um hochwertige Inhalte produzieren zu können. Auch Videobearbeitungssoftware ist hilfreich, wobei es hier nicht zwangsläufig ein Adobe Premiere sein muss. Man erreicht beispielsweise auch schon viel mit dem Windows Movie Maker (Teil der Live Essentials). Dieser ist kostenfrei erhältlich. Die Videobeabeitung ist entscheidend, um das passende Video zusammen zu schneiden, es gegebenenfalls noch mit lizenzfreier Musik zu unterlegen oder Untertitel zu schreiben, in denen man wunderbar Zusatzinformationen platzieren kann.

social network unternehmen twitter

Platz 2: Twitter

Hast Du einen Vogel, oder zwitscherst Du schon

Geeignet für: Unternehmen, die schnell, viel und kurz kommunizieren. Zwar verfolgt Twitter, wie auch Facebook, eine Storytellingstrategie, aber bereits im Vergleich dieser beiden Netzwerke merkt man sehr schnell, wie wichtig es ist, das für sein Unternehmen tatsächlich passende Netzwerk auszuwählen. Twitter ist nämlich die SMS 2.0 – man hat 140 Zeichen zur Verfügung und wird zum Mikroblogging gezwungen. Bei Twitter funktionieren Geschichten in einzelnen, aufeinander folgenden Postings, somit ist es ein sehr wichtiges Netzwerk für alle Unternehmen aus dem Nachrichten- und Medienbereich sowie Unternehmen, die ihr Tagesgeschehen, bestimmte Ereignisse oder Events in die Außenwelt tragen wollen. So ist Twitter zum Beispiel ein wichtiger Bestandteil der Süddeutschen Zeitung und der türkis-blaue, sypmpathische Vogel bestimmt stets im Kopf von Dirk von Gehlen, Social Media Chef der Süddeutschen Zeitung.

Nicht geeignet für: Unternehmen, die in ihren Einzelbeiträgen durch ausführliches Storytelling glänzen wollen. Die geringe Zeichenanzahl und die ganz eigenen Gesetze des Netzwerkes rund um die Tweets, Retweets und Hashtags erschweren bei dieser Strategie den Erfolg. Und: Viele Unternehmen nutzen eine Schnittstelle zwischen Facebook und Twitter. Sprich: Sie veröffentlichen einen Beitrag bei Facebook, der dann automatisch auch bei Twitter veröffentlicht wird. Auch ist Twitter nicht, wie Facebook, ein ideales Anzeige- und Werbenetzwerk. Hier zählt Persönlichkeit.

Unsere Empfehlung: Wenn ihr beide Netzwerke nutzen wollt, entwickelt für jedes Netzwerk die passende Strategie und bespielt sie einzeln. Facebook und Twitter parallel mit identischen Beiträgen zu bespielen, ergibt schon aufgrund der vollkommen unterschiedlichen Ausrichtung der Netzwerke keinen Sinn und führt auf keinem der beiden Netzwerke zum Erfolg, ganz gleich, welches Netzwerk man als Basis nutzt.

Zielgruppe: Twitter ist insgesamt betrachtet ein schnelllebiges Netzwerk. Die Zielgruppe nutzt Smartphone, Tablet oder Desktop Rechner ständig und reagiert schnell. Wichtig ist zwar auch bei Twitter die persönliche Note, jedoch inhaltlich in einer ganz anderen Form, als bei Facebook. Was bei Twitter letztlich zählt, ist, an dieser Schnelllebigkeit durch spannende Beiträge teilnehmen zu können, einen Redefluss zu entwickeln.

Beitragsform: In 140 Zeichen muss entweder alles gesagt sein, oder aber der Beitrag muss so verfasst sein, dass man direkt einen Folgebeitrag suggeriert und das Ereignis, zu dem getwittert wird, so spannend ist, dass man dem textlichen Gezwitscher lauschen möchte. Twitter lebt jedoch nicht nur von seiner Schnelligkeit, sondern auch von schnellen Interaktionsmöglichkeiten. Interagiert mit Euren Kunden, interagiert mit Marken, die zu Eurer unternehmerischen Strategie passen. Versucht auch hier, sinnvolle Verbindungen herzustellen, um insgesamt stärker zu werden und Follower zu generieren. Auch ist es wichtig, sich vor einem Start bei Twitter mit den dort geltenden Eigenheiten vertraut zu machen. (Was sind Retweets, Wie gehe ich mit Hahstags um etc.) Das „einfach loslegen“ ist hier also durch die Eigenheiten des Netzwerks eher schwierig.

Beitragszeitpunkt: Kurz und bündig in 140 Zeichen: ständig! 🙂

Beitragshäufigkeit: Im Prinzip bauen Beiträge aufeinander auf. Daher solltet ihr so häufig posten,  wie nötig, um Eure „Follow up“ Geschichte zum Ende zu bringen.

Hilfreiche Werkzeuge: Twitter ist, wie bereits erwähnt, schnelllebig. Somit ist es essenziell, gute Planungswerkzeuge zu haben. Hilfreich dabei können Tools, wie Hootsuite sein. Dieses Tool bedient zum Beispiel nicht nur Twitter, sondern auch YouTube und Google+. Es plant Beiträge und Beitragsabfolgen im Voraus.  Auch das Werkzeug Hashtagfy ist hilfreich, weil es Euch dabei unterstützt, die richtigen Tags für Eure Postings zu finden. Und: Alle guten Dinge sind ja bekanntlich 3 – Die Freeware TweetDeck bringt Ordnung in das kunterbunte Gezwitscher des verrückten türkisen Vogels. Es strukturiert, organisiert und ordnet Tweets für Euch und sorgt somit für einen effektiven Twitteralltag.

social network Facebook für Unternehmen

Platz 1: Facebook

Der VW Golf unter den sozialen Netzwerken

Geeignet für: Unternehmen, die ihre Themen zwar mit zielgerichteten, aber dennoch tendenziell ausführlichen Texten platzieren, die Geschichten erzählen, und die dabei auf keine Zusatzfunktion verzichten wollen. Der wohl größte Vorteil von Facebook ist neben der enormen Reichweite nämlich auch die Tatsache, dass es als soziales Netzwerk alle bekannten Plattformen in sich vereint. Dank der Graph Search werden Hashtags, die eigentlich von Twitter bekannt sind, immer wichtiger, um die Beiträge besser einordnen zu können und den Lesefluss zu optimieren. Videos von YouTube werden nachweislich unterdrückt, um die eigene, im Netzwerk integrierte Plattform hinsichtlich der Reichweite an die Spitze bringen zu können und mit Instagram verfügt Facebook auch über ein respektables Bildnetzwerk. Und: A propos Bildsprache: Auch Emotionen und Aktivitäten können auf Facebook als Unternehmen dargestellt werden, was oftmals noch mehr Nähe zum Kunden aufbaut und den Werbefaktor etwas abschwächt.

Nicht geeignet für: Unternehmen, die kurz, schnell und mit großer Häufigkeit Beiträge veröffentlichen. Solche Beitragsformen führen schnell dazu, dass Beiträge der Seiten als uninteressant wahrgenommen und in der Folge ausgeblendet werden. Aber keine Sorge, auch für Euch gibt es das passende Netzwerk – hat ein Vögelchen gezwitschert… 😉

Zielgruppe: Diese kennt man zu Meist aus der „echten Welt“, aus dem Real Life. Das Entscheidende: Grundsätzlich erreicht man auf Facebook jedoch definitiv alles und jeden und genau hierbei liegt ein weiterer entscheidender Vorteil dieses Netzwerks. Man muss sich hier nicht zwangsläufig die Zielgruppe suchen, sondern die Zielgruppe findet zum Unternehmen, wenn man den Start seines sozialen Netzwerks mit passenden On- und Offlineaktionen kombiniert.

Beitragsform: Oftmals wird behauptet, dass Facebook eines der besten Netzwerke ist, um online zu werben. Das mag korrekt sein, aber den größten Erfolg erreicht man letztlich mit Persönlichkeit, mit Dynamik und auch hin und wieder mal einem amüsanten Beitrag, der vielleicht unternehmens- und produktfern ist. Die Kunst in erfolgreichen Beiträgen besteht darin, die verschiedenen Beitragsformen zu nutzen und seinen Werbeansatz nicht zu provokativ nach außen zu kehren. Werdet vom Unternehmen zum „Freund“, entwickelt eine Strategie, bei der die Beiträge gern gelesen werden, denn daraus entsteht letztlich ein ehrliches, emotional gelagertes Interesse an einem Unternehmen, woraus sich wiederum echte Treue ergeben kann.

Denn, mal ehrlich: Wer möchte permanent werbende Beiträge in seiner Timeline sehen?

Ebenfalls sehr wichtig ist, sich ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Markiert als Unternehmen selbst Seiten, die zu Eurer Strategie passen, die spannende Beiträge veröffentlichen, die ihr entweder selbst teilen oder kommentieren könnt. So erreicht ihr oftmals einen weiteren Kundenkreis und suggeriert darüber hinaus Neutralität gegenüber Eures Produktes, wenn ihr zum Beispiel anerkennt, dass andere Unternehmen auch hochwertige Beiträge verfassen. Nicht selten entstehen dadurch wertvolle Kontakte. Und noch ein Tipp: Markiert diese für Euer Unternehmen entscheidenden Seiten nicht nur als Unternehmen, sondern auch als Privatperson mit einem Like. Nur so verpasst ihr niemals einen Beitrag, denn auf Facebook bewegt man sich nur in den seltensten Fällen tatsächlich als Unternehmen.

Beitragszeitpunkt: Es gibt keinen „Non-Plus-Ultra“ Zeitpunkt für Postings. Der richtige Zeitpunkt ergibt sich aus eigenen Erfahrungen, die man sammeln muss. Probiert verschiedene Zeitpunkte aus, beobachtet die Reaktionen und nutzt die Facebook-internen Beitragsstatistiken oder Erfahrungen, die ihr durch eine Verknüpfung mit Google Analytics erhaltet. Die Tools Simply Measure oder Value-of-A-Like können Euch gegebenenfalls ebenfalls unterstützen.

Unsere Empfehlung: Gebt Euren Präsenzen Zeit, um sich zu entwickeln. Aus dieser Entwicklungsphase heraus findet ihr schnell den richtigen Zeitpunkt für Veröffentlichungen.

Beitragshäufigkeit: Große Unternehmen posten oftmals mehrmals täglich, was jedoch im Mittelstand auch schnell zu entnervten Dislikes führen kann. Wir empfehlen gerade für kleinere Unternehmen eine Häufigkeit etwa aller 2 Tage.

Hilfreiche Werkzeuge: URL Shortener, also, Werkzeuge, die lange Internetadressen kürzen, können je nach Internetpräsenz sehr hilfreich sein, denn je länger eine URL ist, umso unförmiger wirkt ein Beitrag, ganz abgesehen davon, dass Facebook URLs ab einer bestimmten Länge selbst kürzt und mit „…“ eventuelle Unterverzeichnisse ausblendet. URL-Verkürzer gibt es wie Sand am Meer. Einer mit etwas Grips, der mehr als nur „Brüche kürzen“ kann, ist bitly. Bei jedem Konvertieren eines Links bietet dieses Werkzeug eine Statistik zum generierten Link an (Anzahl Klicks, geografische Verteilung, Klickverteilung, etc.), was für Euch natürlich hilfreich ist, um den Erfolg eines Beitrags mit Link bewerten zu können.

Podcast: In der Folge mit Thomas Hutter geht es um Facebook Marketing und Björn Tantau erzählt in seinem Interview von dem Mythos der schwindenden organischen Reichweite.

Fazit & was wir daraus lernen

Natürlich gibt es neben den oben genannten Netzwerken auch noch zahlreiche weitere Netzwerke. Allerdings sind die genannten Netzwerke aus unserer Sicht die Entscheidenden. Allein an dieser Auflistung erkennt ihr bereits:

  • Man muss nicht überall „mitspielen“, um im Social Media Bereich erfolgreich zu sein.
  • Nutzt nur die Netzwerke, die ihr auch wirklich kontinuierlich mit Inhalt bedienen könnt. Weniger ist hier definitiv mehr.
  • Erkennt, dass es im Social Media viel mehr um das Erlebnis, die Persönlichkeit, den Lifestyle geht. Erst die richtigen Geschichten lassen die Followerzahlen steigen und eingebettet in diese Geschichten kann man wunderbar seine Produkte oder Tätigkeiten vermarkten.
Leif Gringmuth
Leif ist Onliner aus Leidenschaft und hat vom C64 bis zum Tablet alles miterlebt. Seinen Traum, nicht nur privat, sondern auch dauerhaft beruflich Urlaub zu machen lebt er aus, indem er als Projektmanager im Online Marketing einer lokalen Tourismusorganisation an der Ostseeküste in Schleswig Holstein arbeitet.

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